Ölprinz auf dem Vormarsch - DER SPIEGEL
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RUSSLAND Ölprinz auf dem Vormarsch

• aus DER SPIEGEL 1/2001
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Bei der Gouverneurswahl in Tschukotka, der an der Beringstraße gelegenen nordöstlichsten Provinz Russlands, hat der umtriebige Finanzmogul Roman Abramowitsch einen Wahlsieg mit nahezu sowjetischen Ergebnissen erzielt. Von den 29 000 Wählern, die am 24. Dezember an der Abstimmung teilnahmen, gaben 92,05 Prozent dem Chef des Ölkonzerns Sibneft ihre Stimme. Die beiden Gegenkandidaten, der Mitarbeiter eines wissenschaftlichen Zentrums und der Direktor eines Handelshauses, mussten sich mit 0,77 und 2,79 Prozent der Stimmen begnügen. Abramowitsch, der etwa 15 Millionen Rubel (rund 1,2 Millionen Mark) für den Wahlkampf am Polarkreis ausgegeben haben soll, genoss das Wohlwollen der moskautreuen Partei Jedinstwo (Einheit) und Schützenhilfe aus dem Kreml. Die Armeezeitung »Roter Stern« rühmte ihn als patriotischen, selbstlosen Jungunternehmer. Der bisherige Gouverneur hatte seine Kandidatur kurz vor der Wahl niedergelegt, nachdem er durch Ermittlungen der Steuerpolizei unter Druck gesetzt worden war. Der Wahlsieg im eisigen Tschukotka erhöht Abramowitschs politisches Gewicht in Moskau. Dort ist nach der Emigration der beiden Finanzmagnaten Wladimir Gussinski und Boris Beresowski ohnehin die Position eines finanziell und politisch einflussreichen »Oligarchen« vakant.

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