Ohne Tüttelchen
(Nr. 3/1981, »Deutschland-Politik")
Uwe Ronneburger, FDP/MdB und Vorsitzender des Bundestagsausschusses für innerdeutsche Fragen, hat nach Ansicht einiger Koalitionsabgeordneter »zuviel Springer-Presse gelesen«.
Wirbel hatte Ronneburger ausgelöst, als er, entgegen der offiziellen Bonner Auslegung, im Bayerischen Rundfunk von einer automatischen »DDR-Staatsbürgerschaft« sprach. Diese ergebe sich, da die DDR durch den Grundlagenvertrag völkerrechtlich als Staat anerkannt worden sei. S.9 Grund der Kollegenschelte: Just am Tage vor dem Rundfunkinterview erschien Springers »Hör zu« mit einem Artikel über Polen, in dem eine Karte abgebildet war, auf die die DDR erstmals ohne An- und Abführung verzeichnet war.
Ein FDP-Mann im Thomas-Dehler-Haus: »Entweder hat Springer begriffen, oder Ronneburger ist reingefallen -- oder es war Zufall.«
BONN RALF UHLIG