Olympia-Kompromiß
Die deutschen Sportler werden ihre Fahrkarten nicht aus Bonner Haushaltsmitteln bezahlen, falls das Nationale Olympische Komitee am 15. Mai entgegen der Empfehlung von Bundestag und Bundesregierung beschließt, doch eine Mannschaft nach Moskau zu schicken. Die für die Olympischen Spiele vorgesehenen Mittel werden, wie Bonn es wünscht, zur Förderung des Leistungssports verwandt. Diese Zusage erhielt Helmut Schmidt am vergangenen Dienstag im Laufe einer dreistündigen Diskussion mit Sportfunktionären und Aktiven. Der Kanzler seinerseits versicherte, daß die bereits für Kleidung und organisatorische Vorbereitung ausbezahlten Beträge von über einer Million Mark nicht zurückerstattet werden müssen. In der vorletzten Woche hatte es Differenzen zwischen Kanzleramt und Innenministerium gegeben, ob Bonn die im Etat 1980 für die Olympiade veranschlagten vier Millionen Mark sperren solle, falls das Nationale Olympische Komitee eine Equipe in die UdSSR entsendet.