Opfer
Londons Ruhrberater haben auch ihr letztes Weekend abschließenden Besprechungen geopfert. Nur noch technische Fragen sind zu klären, gab das britische Außenministerium bekannt. Die sechswöchigen Bemühungen um eine Kompromißformel zwischen Amerikanern und Franzosen haben jetzt Erfolg gehabt. Für die Dauer der alliierten Besatzung Westdeutschlands sollen Kohle und Stahl angeblich weiterhin vom anglo-amerikanischen Kohle- bzw. Stahlamt verwaltet werden. Nach Abzug der Besatzungstruppen würden sich das internationale Ruhrkontrollamt und eine militärische Sicherheitsbehörde die Ruhraufsicht teilen. Als nächstliegende Aufgabe machen sich die westalliierten Ruhrgouvernanten daran, einen Verteilungsschlüssel zwischen dem deutschen Inlandsbedarf an Kohle, Koks und Stahl und den Ansprüchen der westeuropäischen Länder auszufeilen. Ein offizieller Konferenzbericht steht aus.