Optik - DER SPIEGEL
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Optik

• aus DER SPIEGEL 52/1953
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Um jeden Verdacht auszuschalten, daß sich der Kreml etwa wegen innerpolitischer Schwierigkeiten zum Vierer-Gespräch bereit finde, müssen alle Zeitungen der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik - nach einer Direktive an alle Chefredaktionen - hervorstechend aufgemachte Artikel über die Rote Armee und über die Überlegenheit der sowjetischen Waffen, speziell der Panzer und Düsenjäger, veröffentlichen. *

Alliierten Beobachtern in Westberlin entging auch nicht, daß sich die Sowjets in der DDR militärisch stärker machen: von jenseits der Oder rollen stärkere Truppenkontingente, vor allem Panzerverbände, heran. Alle Kasernen sind mit Militär vollgepfropft. Außerdem läuft eine Rekrutierungsaktion für die kasernierte Volkspolizei (die getarnte Volksarmee) die nach dem Juni-Aufstand zunächst reduziert und gesäubert worden war. Moskau hat einen Kredit von mehreren Millionen Mark für diese Erweiterung und für eine bessere technische Ausrüstung zur Verfügung gestellt. *

Auch die vor Monaten eingestellten Arbeiten an dem neuen Kriegshafen bei Glowe auf Rügen und an neuen Startbahnen für Düsenjäger wurden wiederaufgenommen. Im Westberliner US-Hauptquartier glaubt man, daß die Sowjets ihre Truppenkonzentrationen und ihre Volkspolizei-Verstärkungen nur aus »optischen Gründen« vornehmen, um den westlichen Gesprächspartnern drastisch vor Augen zu führen, wie sich der Osten seine EVG denkt - wenn die Vierer-Konferenz scheitern sollte. *

Für den Fall, daß sich die Vierer-Konferenz festläuft, soll im Frühjahr 1954 ein bereits geplanter »II. National-Kongreß« unter Teilnahme westdeutscher Delegierter eine »Gesamtdeutsche provisorische Regierung« proklamieren, die allerdings dann im Pankower Exil hospitieren würde.

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