Orlan,
46, Pariser Performance-Künstlerin, gestaltet sich selbst als lebende Renaissance-Skulptur. Zum siebten Mal legte sich die Französin dieser Tage unter das Messer eines Schönheitschirurgen. Ziel der Metzelei ist »Das endgültige Meisterwerk: Die Reinkarnation der St. Orlan«, so die Künstlerin, ein Porträt-Mix aus dem Kinn von Botticellis »Venus«, der Stirn »Mona Lisas«, den Augen von Gerards »Psyche«, der Nase von »Diana« und dem Mund von Bouchers »Europa«. Die Maskenbildnerei am lebenden Objekt, die vom französischen Kulturministerium mitfinanziert wird, sei, behauptet Orlan, weder eine »Frage des jünger noch des schöner Seins«. Das künftige, im Computer schon mal simulierte Gesicht, entspreche ihrem inneren Selbst sehr viel mehr als ihr ursprüngliches Aussehen. Bis das »endgültige Meisterwerk« vollendet ist, muß die Künstlerin noch 13 weitere Gesichtsoperationen über sich ergehen lassen - wie bisher schon im Beisein von bis zu 80 extra geladenen Zuschauern.