Oskar, der Kandidat - DER SPIEGEL
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Am Rande Oskar, der Kandidat

• aus DER SPIEGEL 17/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das ganze Leben ist ein Spiel, und wir sind alle Kandidaten, meint Hape Kerkeling. Wie richtig, wie wahr, wie grausam. Hera Lind hat einen neuen Co-Jogger, Sabrina tritt im TV-Knast gegen Kerstin an, bei der PDS gehen zwei von Bord, und bei der SPD meldet sich einer zurück, den keiner haben will. Auch im Politainment geht es zu wie im wahren Leben, nur dass nicht alle eine Rolle in einer Soap bekommen können. Lothar Bisky wird wohl an einer Volkshochschule unterrichten und Gregor Gysi wieder als Anwalt praktizieren, die beiden haben ja was Ordentliches gelernt. Aber was machen wir mit Oskar, der zum wiederholten Mal ein Comeback versucht? Wollen wir zusehen, wie er die SPD noch einmal aufmischt, bis sie im Bund da angekommen ist, wo sie in Sachsen bereits weilt, bei zehn Prozent? Könnte man die SPD retten und Oskar zugleich politisch rehabilitieren? Ja, man könnte - wenn Oskar mitmacht. Er müsste den Vorsitz der PDS übernehmen, denn Parteivorsitzender war er schon einmal, Sozialist ist er noch immer, und in dramatisch-ausweglosen Situationen zeigt sich seine wahre Größe. Gegen Oskar spricht nur, dass er nie ein IM war, vermutlich nicht einmal von der Stasi abgehört wurde und dass der einzige Führungsoffizier, auf dessen Kommando er hört, seine Frau ist. Ansonsten wäre er der ideale Kandidat. Im Übrigen: Wenn eine Ostfrau die CDU übernehmen kann, dann kann auch ein Westmann an die Spitze der PDS rücken. Allen wäre geholfen, und wenn's doch schief geht, könnte der Saarländische Rundfunk eine neue Soap ins Programm nehmen: Oskars Leben.

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