OST-LEIDEN - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 39 / 53

Briefe

OST-LEIDEN
• aus DER SPIEGEL 8/1958
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

OST-LEIDEN

So lächerlich für unsere westlichen Begriffe die Sache mit der von der FDJ in der sowjetischen Zone organisierten Stromsparerei auf den ersten Blick auch sein mag, so zeigt sich doch deutlich, wie diese armen ostdeutschen Menschen eigentlich immer noch unter kriegsähnlichen Verhältnissen leben müssen. Beide, der »Kohlenklau« Adolf

Hitlers und der »Wattfraß« Walter Ulbrichts, brachten das Frieren. Nur friert man »lieber« während eines Krieges als dreizehn Jahre danach.

Berlin-Charlottenburg

MARGOT LIBANSKY

Da kommen also, wenn ich mir eine Tasse teuer bezahlten HO-Kaffees aufbrühen will, ein paar FDJ - Lausejungen, schreien »Freundschaft!«, halten mir das Wattfraß -Plakat unter die Nase und ziehen den Stecker des elektrischen Kochers aus der Steckdose.

Wo bleibt der Kaffee? Wo bleibt - die Freundschaft?

z. Z. Berlin

OTTO LEHMANN

Zu Ihrem Aufsatz über den Sowjetzonen -Wattfraß möchte ich eine Episode beisteuern. Ich habe Besuch aus der Ostzone, einen Bekannten aus Leipzig. Er hat in der SED ein Ämtchen. Zu den Essener Schaufenstern meinte er, das käme alles von der Nato, und wir sollten dadurch bloß dumm und gefügig gemacht werden. Zu Ihrem »Wattfraß« meinte er wörtlich: Warum müssen denn Eure Zeitungen immer unsere revolutionären Errungenschaften angreifen? Das müßt Ihr doch auch einsehen, daß man dadurch eine Menge Strom sparen kann.«

Essen

PAUL WIMMER

»Licht aus!« im Osten. Will denn die SED wirklich noch länger bestreiten, daß es im Westen heller ist?

Weinheim

GALLUS HEMBERGER

NS-Kohlenklau

Zur Ausgabe
Artikel 39 / 53