OSTSCHMUGGEL - DER SPIEGEL
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Briefe

OSTSCHMUGGEL
• aus DER SPIEGEL 22/1951
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

OSTSCHMUGGEL

(Nr. 17/51, Wirtschaft)

Ich weiß gar nicht, warum Sie sich so das Maul zerreißen über den sogenannten »Ostschmuggel«. Schließlich ist es ja genug, daß westdeutsche Behörden gezwungenermaßen die Rolle von Bütteln westeuropäischer Wirtschaftsinteressen spielen. Lesen Sie mal den letzten Bericht der UN-Wirtschaftskommission in Europa (ECE). Da steht: Im Jahre 1938 exportierte England für 41,7 Mill. Dollar Maschinen nach den Ostblockstaaten. Im Jahre 1950 waren es bereits für 70,8 Mill. Dollar. Und nun Deutschland: 1938: 219,7 Mill. Dollar und 1950 für 45,6 Mill. Dollar. Da - und nur da - liegt doch der Hase im Pfeffer. England und die anderen westeuropäischen Staaten machen das Geschäft, das sie selber in der Rolle von »re-education«-beflissenen Besatzungsmächten uns verbieten - wahrscheinlich auch nur aus pädagogischen Gründen. Nun, das ist nicht überraschend. Wundern tut mich nur, daß eine Zeitung mit so viel Durchguck wie der SPIEGEL sich in merkwürdiger Naivität zum publizistischen Handlanger der Alliierten machen läßt.

Hildesheim

H. W. Schall

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