Otto Schily,
58, stets wohlgekleideter SPD-Abgeordneter mit grüner Vergangenheit (Foto), macht frühpubertäre Erfahrungen verantwortlich für seinen Hang zum gepflegten Tuch. Der Auslöser für seinen Wunsch nach guter Kleidung, berichtet er, war ein traumatisches Erlebnis in jungen Jahren - mit einer alten Damenreithose. Diese Breeches, die er in den Mangeljahren nach dem Krieg tragen sollte und die er selbst als »ungeheuer chic« empfand, hätten das »Hohngelächter der Mitschüler« ausgelöst; dem ominösen Kleidungsstück nämlich fehlte »jene Öffnung, die man als Mann benötigt«. Seitdem will er sich modisch keine Blöße mehr geben, was allerdings neuerdings, wie er jetzt dem Modeblatt Männer Vogue anvertraut hat, sehr schwierig geworden ist. Die Oberhemden im »sehr schönen Kaufhaus Harrods«, die er bislang direkt aus London bezog, sind ihm nicht mehr gut genug. Nun hofft er auf Hilfe durch die fachkundige Lifestyle-Leserschaft: Er sei »für jeden Tip dankbar, wo es Super-Popeline-Hemden zu kaufen gibt«.