Otto Suhr
Otto Suhr, 60, Westberlins Regierender Bürgermeister, wurde vom SED-Zentralorgan »Neues Deutschland« angegriffen, weil er, angeblich entgegen den Intentionen seines Parteivorsitzenden Erich Ollenhauer, das Paulskirchen-Manifest nicht mit unterschrieben habe. Das Blatt behauptet, Suhr habe sich dem Bundeskanzler gegenüber verpflichten müssen, als Gegenleistung für die Berlin-Hilfe des Bundes nicht gegen die Bündnispolitik der Bundesregierung zu agitieren. In Westberliner Senatskreisen wird verbindlich versichert, Dr. Suhr habe, offenbar versehentlich, keine Einladung zur Paulskirchen-Versammlung und zur Unterzeichnung des Manifestes erhalten, inzwischen jedoch geäußert, daß er das Manifest jederzeit unterschrieben hätte und noch unterschreiben würde.