Panzerfaust - DER SPIEGEL
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Briefe

Panzerfaust
• aus DER SPIEGEL 19/1950
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Panzerfaust

In dem Artikel über den Entwurf eines »Gesetzes gegen die Feinde der Demokratie« (SPIEGEL Nr. 17) richten sich Ihre Angriffe oft auffallend einseitig gegen eine Partei, die zwar genügend, aber keineswegs mehr Angriffsflächen als ihre Konkurrenten bietet. Sie sagen die ehemals revolutionäre Partei rufe zum Schutze ihrer eigenen Schwäche und Schwächen nach Sondergesetzen. Es handelt sich aber um ein Gesetz zum Schutze der Demokratie, nicht der Sozialdemokratie.

Gewiß läßt sich gegen die Einzelheiten des Gesetzentwurfes manches einwenden, aber der Grundgedanke ist goldrichtig. Wollen Sie im Ernst bestreiten, daß die Demokratie in Deutschland eine Panzerfaust in die Hand nehmen muß, wenn sie nicht von diktaturlüsternen Gangstern wegen Pflaumenweichheit zerquetscht werden will? Das Ideal der persönlichen Freiheit kommt seiner Verwirklichung in der Demokratie am nächsten, und zum Schutze dieses Ideals kann man leider nicht auf Gewalt verzichten, wie die Geschichte der Weimarer Republik bewiesen hat. Nicht das Republikschutzgesetz, sondern seine unvollkommene und teilweise unterlassene Anwendung haben dem »Großen Führer« dazu verholfen, sich 12 Jahre Zeit zu nehmen. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß den Feinden der Freiheit keine Freiheit gewährt werden darf, denn sie warten nur darauf, uns das bißchen Freiheit nehmen zu können.

Milspe

KURT FECHLER

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