Parlament oder Prunkbau? - DER SPIEGEL
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Parlament oder Prunkbau?

• aus DER SPIEGEL 52/1973
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Ein neues Gebäude für 100 bis 150 Millionen Mark wollen sich die NRW-Abgeordneten in den nächsten Jahren in Düsseldorf bauen lassen. Gegen ihren Koalitionspartner SPD setzten die Liberalen gemeinsam mit der CDU-Opposition 18 Millionen Mark für den Ankauf eines Grundstücks im Landesetat 1974 ein. Einzig FDP-Innenminister Willi Weyer stimmte mit der SPD gegen den Landtagsneubau; FDP-Wirtschaftsminister Horst-Ludwig Riemer hatte sich vor der Entscheidung gedrückt -- er war »Akten holen«. Während FDP-Fraktionschef Hans Koch über »Ratten und Mäuse« im fast 100jährigen Gebäude klagte, hielt es SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dieter Haak »in dieser Situation für unverantwortlich, einen Prunkbau zu beschließen«. Sollte der Grundstein für das Millionen-Projekt am Rhein tatsächlich gelegt werden, wäre er der Schlußstein zu einem Parlaments-Puzzle« das seit 1954 in Düsseldorf in Permanenz gespielt wird. Erst vor zwei Jahren noch war zur Abhilfe der Raumnot im Parlament für 12 Millionen Mark ein neues Büro- und Garagenhaus errichtet worden -- durch einen 120 Meter langen Fußgängertunnel mit dem alten Ständehaus verbunden.

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