Partei
Die SED-Zeitung »Thüringer Volk« fordert unter der Rubrik »Aus dem Leben der Partei« eine gründliche Charakterprüfung für alle Mitgliedsanwärter, bevor sie offiziell den sozialistischen Einheitsritterschlag empfangen. Die Zeitung zitiert dafür ein Beispiel: »In den letzten Tagen meldeten sich in einem Landort zwei Landarbeiterinnen zum Eintritt in die Partei. Als Grund dafür gaben sie an, man hätte ihnen dazu geraten, weil es heute wohl besser sei, in der SED zu sein. Der Ortsgruppenleiter lehnte die Anträge selbstverständlich ab, zumal eine von den beiden bereits seit 1946 der SED angehört, aber niemals Beitrag bezahlt hat.« Das Thüringer Blatt belehrt die beiden Sünder dann, daß nur die »vorherige Mitgliedschaft und Aktivität im FDGB, der FDJ oder dem DFD« zum Erwerb des Parteibuches berechtige. »Erst wenn sie sich in diesen Organisationen bewährten,« heißt es, »werden ihnen auch die Tore in die SED geöffnet.« Künftig müsse eine strengere Auswahl getroffen werden, »um den ehrenwerten Namen eines Parteimitgliedes hochzuhalten.