SPENDENAFFÄRE II Peinlicher Vorfall
Die bayerische Justiz bemüht sich fieberhaft, die verschwundene Computer-Festplatte von Max Strauß ausfindig zu machen, die aus dem Gewahrsam der Staatsanwaltschaft Augsburg verschwunden ist. Der Datenträger, installiert in einem Notebook vom Typ SKD-4000, war seit 1996 in den Händen dreier Sachverständiger, die beauftragt waren, die kurz vor einer Durchsuchung bei Strauß durch einen Virus gelöschten Daten wieder lesbar zu machen. Die Ermittler erhofften sich so, Beweismaterial gegen den Sohn des verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten zu finden. Gegen Max Strauß wird derzeit im Zusammenhang mit den Schmiergeldzahlungen des Lobbyisten Karlheinz Schreiber ermittelt. Die eingeschalteten Experten blieben erfolglos, das Bayerische Landeskriminalamt in München lehnte trotz eines Ersuchens der Augsburger Staatsanwaltschaft jede Hilfe ab. Als das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik signalisierte, man sehe gute Chancen, die Daten zu rekonstruieren, und die Festplatte den Experten übergeben werden sollte, war sie verschwunden. Eine Durchsuchung bei zweien der Sachverständigen blieb erfolglos. Der »peinliche und sehr bedenkliche Vorfall« (bayerisches Justizministerium) gilt der bayerischen SPD und der rot-grünen Mehrheit im Bundestagsuntersuchungsausschuss nicht als Zufall: Kurz zuvor hatten auch sie die Daten der Festplatte angefordert. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt wegen Verwahrungsbruch.