PENTAGON-PANNEN.
Schlampereien im amerikanischen Verteidigungsministerium entdeckte ein Untersuchungsausschuß des Kongresses: 13 Tage bevor das amerikanische Spionageschiff »Pueblo« im Januar letzten Jahres von Japan gen Korea auslief, hatte der Nationale Sicherheits-(Geheim)Dienst in Washington auf besondere Schutzmaßnahmen für das Schiff gedrängt. Doch der Ratschlag blieb bei dem zuständigen Oberbefehlshaber im Pazifik liegen, und eine Kopie des Schreibens, die an den Kommandeur der Seestreitkräfte gerichtet war, ging im Pentagon verloren -- wie die schutzlose »Pueblo«, die dann von den Nordkoreanern gekapert wurde. Ein halbes Jahr zuvor war im Verteidigungsministerium bereits ein »tragischer Irrtum« ("Time") geschehen: Während des Sechs-Tage-Krieges in Nahost hatte der amerikanische Generalstab das Spionageschiff »Liberty« angewiesen, seine Position vor der Sinai-Halbinsel zu verlassen. Die »Liberty« blieb in der Gefahrenzone, israelische Jäger hielten sie für ein ägyptisches Kriegsschiff und griffen an; 34 US-Matrosen wurden getötet. Im Pentagon hatte eine Sekretärin die Order für die »Liberty« nach den Philippinen geleitet -- in Richtung Vietnam, dem einzigen Kriegsschauplatz, von dem sie wußte. Vor Pannen solcher Art hatte schon Präsident Kennedy gewarnt: »Ich will nicht, daß irgendein Sergeant den Dritten Weltkrieg auslöst.«