Pentagon sperrt Computer-Programm - DER SPIEGEL
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Pentagon sperrt Computer-Programm

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• aus DER SPIEGEL 53/1987
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Zwischen den Nato-Partnern USA und Bundesrepublik gibt es Zwist um einen Technologie-Transfer. Das US-Verteidigungsministerium weigert sich aus vorgeblicher Sorge, Geheimes könnte in den Osten geraten, der Daimler-Benz-Tochter AEG das komplette Know-how für das Radar-Gerät APG-65 zu überlassen. Wenn es dabei bleibt, wird sich das Lieblingsprojekt von Verteidigungsminister Manfred Wörner - das europäische Jagdflugzeug (EFA) - um Milliarden verteuern und um weitere zwei bis fünf Jahre verzögern. Denn die Europäer müßten erst noch ein eigenes Radar entwickeln. Bonn warb bisher bei den EFA-Partnern (Großbritannien, Italien und Spanien) für den Nachbau des vom US-Konzern Hughes fabrizierten Apparates, um die Entwicklungskosten des Euro-Jägers (nach heutigen Preisen 7,5 Milliarden Mark, Erstauslieferung 1997) überschaubar zu halten.

Daraus wird jetzt wahrscheinlich nichts. Den Deutschen, so die Pentagon-Direktive, sei zwar gestattet, die Einzelteile des Radars in Lizenz zu fertigen; die für das Funktionieren ausschlaggebenden Computerprogramme dürften jedoch nur von Amerikanern in die Rechner »eingelesen« werden.

Nun wird Bonn doch noch dem Drängen der Briten nachgeben müssen, die seit langem die Entwicklung eines eigenen Euro-Radars für den Jäger verlangen. Auch bei einem anderen Milliardenprojekt machten die Amerikaner die Geheimtresore dicht, so als sei Bonn Gegner und nicht Verbündeter: Washington will moderne Flugzeug-Elektronik für die Jagd auf Unterseeboote nur dann liefern, wenn die Bundesmarine amerikanische Maschinen ordert und auf die von Wörner bisher aus politischen Gründen bevorzugte Zusammenarbeit mit Frankreich verzichtet.

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