Peter Howson - DER SPIEGEL
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Peter Howson

• aus DER SPIEGEL 40/1994
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Peter Howson, 36, schottischer Maler, ist enttäuscht über die Auswahlkriterien seines Auftraggebers. Der Künstler war für das Imperial War Museum als offizieller britischer Kriegsmaler ins bosnische Bürgerkriegsgebiet gereist (SPIEGEL 30/1993). Damit entsprach er einer alten britischen Tradition - das Kriegsmuseum besitzt inzwischen mehr als 12 000 Schlachtengemälde aus mehreren Jahrhunderten. Ein Bild der inzwischen abgeschlossenen Howson-Serie aus Bosnien wird mit großer Wahrscheinlichkeit, so sein Agent, allerdings ins Ausland gehen. »Croatian and Muslim«, ein Gemälde, auf dem zwei Männer eine Frau vergewaltigen, wurde vom Museum nicht angekauft. Ausgewählt wurden statt der brutalen Szene Werke mit vordergründig idyllisch friedlichem Inhalt. Etwa »Cleansed«, auf dem bosnische Bauern vor einer Dorfkulisse kauernd zu sehen sind. Die Museumsleitung habe, berichtet Howson, ihre Auswahl damit begründet, daß nur Bilder von Ereignissen angekauft würden, die von Künstlern selbst erlebt worden seien. Dieses Kriterium will dem Maler nicht einleuchten. »Die Hälfte der Sammlung im Imperial War Museum besteht aus Szenen, die die Künstler nie in der Wirklichkeit gesehen haben.« Ein Mal-Auftrag, kritisiert Howson, werde doch wegen der »künstlerischen Imagination« erteilt, sonst »könnte man gleich einen Fotografen hinschicken«.

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