Peter Lenk, - DER SPIEGEL
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Peter Lenk,

Von Andrea Weber
• aus DER SPIEGEL 27/1997
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50, Bildhauer, der mit seinen meist grotesk verzerrten Menschengestalten drastische Anspielungen auf Gesellschaft und Politik verbindet, rächt sich für den Mißbrauch eines seiner Kunstwerke. Ein Konstanzer Bordell will sich den Namen »Imperia« zulegen, eben jenen Namen einer historischen Kurtisane, der der Künstler im Konstanzer Hafen ein 10 Meter hohes und 18 Tonnen schweres Denkmal gesetzt hat. Imperia soll während des Konstanzer Konzils (1414 bis 1418) anwesenden geistlichen und weltlichen Würdenträgern zu Willen gewesen sein, freilich nicht nur im Lotterbett, sondern auch als schöngeistige Gesprächspartnerin. Die »leibhaftige Imperia«, so Lenk, »hatte keinen Bordellier nötig«. Für eine »trostlose Samenabgabestelle im Konstanzer Industriegebiet«, schäumt der Künstler, hätte sie ihren Namen »nie und nimmer hergegeben«. Da die Kommune keine Rechte an dem Namen des heimlichen Wahrzeichens der Stadt hat und Lenk »nicht mit Polizei und Gerichten antworten« will, geht der Bildhauer mit Kunst gegen den Namensmißbrauch vor. Lenk stellt in der nämlichen Gegend eine »Erdferkelpyramide« auf, übereinandergeschichtete Schweine mit Männerkopf und prallem Gemächte. Eines der Ferkel soll den Bordell-Investor darstellen, ein anderes einen Lokalpolitiker und ein drittes einen Bundespolitiker, »eventuell Helmut Kohl, denn«, so Lenk, »der Staat tut nichts gegen Menschenhandel und Ausbeutung der Frauen« in Bordellen.

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