Peter Struck,
48, SPD-Bundestagsabgeordneter, erinnerte den Bundeskanzler mit Erfolg an eine Wettschuld. Helmut Kohl hatte in der Haushaltsdebatte der vergangenen Woche »Wetten darauf« angenommen, daß die SPD im Bundestag »gegen die Mehrwertsteuererhöhung stimmen« werde, »in der bekannten Annahme, daß im Bundesrat dafür gestimmt wird«. Struck nahm »symbolisch« an und bot »als Einsatz« einen »Heidschnuckenbraten«, den er gemeinsam mit dem Kanzler verzehren wolle. Gleichzeitig teilte er dem Hohen Haus »eine große Sorge« mit: Er, Struck, habe 1988 mit dem Kanzler gewettet, daß Lafontaine und nicht, wie Kohl dagegenhielt, Vogel der nächste SPD-Kanzlerkandidat sein werde (SPIEGEL 44/1988). »Wir haben um fünf Flaschen Pfälzer Wein gewettet«, auf die er bis heute warte. Struck fürchtet nun »eine kontinuierliche Fortsetzung« der »fatalen Politik« des Kanzlers. Helmut Kohl ließ am vergangenen Freitag morgen ein Gebinde von fünf Flaschen Pfälzer Wein im Struckschen Heim in Bonn abgeben.