Peter Struck
Peter Struck , 61, Bundesverteidigungsminister, ließ sich vom dienstälteren US-Kollegen Donald Rumsfeld, 71, den Weg zu einer erfolgreichen Armeereform skizzieren. Bei einem Treffen in München nahm Rumsfeld am vorvergangenen Freitag einen blassgelben Notizzettel zur Hand und kritzelte eine »Regenwassertonne«. Derzeit sei der Zapfhahn weit oben angebracht, weshalb von den Streitkräften nur etwa zehn Prozent Leistung abfließen könnten, erläuterte der für skurrilen Humor berüchtigte Amerikaner. Um mehr Kräfte für globale Einsätze zu gewinnen, könne man das Fass mit enormem Aufwand aufstocken oder - Rumsfeld malte eine zweite Tonne - »einfach den Hahn ganz unten einschlagen«. Durch diese einfache »Transformation«, so der US-Minister, ließen sich dann »100 Prozent des Potenzials abzapfen«. Der Deutsche ließ sich das Skizzenblatt begeistert signieren: »Ich nehme das in den Verteidigungsausschuss mit und erkläre so meine Bundeswehrreform.« Mit Rücksicht auf die Trinksitten heimischer Abgeordneter bat Struck ("Ich mag auch lieber ein gepflegtes Pils") jedoch darum, die »Regenwassertonne« als »Bierfass« etikettieren zu dürfen. Rumsfeld gab grinsend sein Okay.