Peter Struck
Peter Struck, 59, Verteidigungsminister, fühlt sich in der neuen rot-grünen Regierung als »Hahn im Korb«. Er sei am Kabinettstisch »von Frauen umzingelt«, juxte der Niedersachse bei der ersten Sitzung der neuen Ministerriege am vergangenen Dienstagabend. Flankiert von der Rheinländerin Ulla Schmidt, 53 (Gesundheit und Rente), der Fränkin Renate Schmidt, 58 (Familie), und der Niedersächsin Edelgard Bulmahn, 51 (Bildung und Forschung), bat der Bundeswehrchef um ein Gruppenbild mit Damen. Mit der bayerischen Schmidt, die jetzt unter anderem für den Zivildienst zuständig ist, hat Wehrpflicht-Verfechter Struck wohl noch ein Hühnchen zu rupfen: Die stellvertretende SPD-Vorsitzende war bis zum Antritt des Ministeramts auch Präsidentin der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer. Die hatte während der Koalitionsverhandlungen die Berliner SPD-Zentrale mit E-Mails bombardieren lassen, in denen die Abschaffung der Wehrpflicht verlangt wurde, und so einen Computer des Willy-Brandt-Hauses vorübergehend lahm gelegt. Das war, scherzt Struck, auch ein »bundeswehrfeindlicher Akt«.