Hausmitteilung Petraeus / Flughafen / Gesichtsoperationen
Petraeus, Fichtner in Bagdad 2007
Foto: TINA HAGER / Agentur Focus / DER SPIEGELIn Mossul, im Nordirak, kurz nach dem Einmarsch der Amerikaner, traf SPIEGEL-Reporter Ullrich Fichtner einen schmalen, freundlichen Divisionskommandeur - er hieß David Howell Petraeus und war anders als die anderen US-Militärs. Petraeus nahm Fichtner mit zu vertraulichen Stabsbesprechungen, er erläuterte seine Ideen zum neuen, smarten Krieg. Das war 2003; in den folgenden Jahren sollte Petraeus sehr berühmt werden, sehr weit aufsteigen, zuletzt zum CIA-Chef, dennoch trafen sich er und Fichtner sechsmal zu Gesprächen. Jetzt stürzte der Mann, der bereits mit Eisenhower verglichen worden war, über eine Liebesaffäre - ein Lehrstück über die amerikanische Sehnsucht nach Idolen und über die Prüderie dieser Gesellschaft. Fichtner rekapituliert Aufstieg und Fall eines Helden, gemeinsam mit dem Washingtoner SPIEGEL-Korrespondenten Gregor Peter Schmitz, der in Cambridge bei Boston dieselbe Schule besuchte wie Paula Broadwell, Petraeus' Geliebte (zum Artikel ).
Sie ist bekannt für ihre Gurken, die Kreisstadt Lübben im Spreewald - Milliardeninvestitionen sind hier selten. Zufällig jedoch liegt der Großflughafen, Prestigeprojekt der Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck, im dortigen Landkreis, und so muss der Landrat, Stephan Loge, entweder der Eröffnung des Flughafens zustimmen - oder sie verhindern. Loge konnte, wegen fehlender Unterlagen zum Brandschutz, die Genehmigung nicht erteilen, mit dramatischen Folgen. Manager wurden gefeuert, Architekten verklagt, Wowereit, der die Investition seit 2001 steuert, gerät in die Kritik. Ursache für das Planungschaos, so Loge, sei auch die Arroganz der Mächtigen: »Immer wieder bekamen wir die Herablassung zu spüren«, sagte er. Die SPIEGEL-Redakteure Stefan Berg, Markus Deggerich, Frank Hornig und Andreas Wassermann zeichnen die Geschichte eines Debakels nach (zum Artikel ).
Der SPIEGEL durfte Zuschauer sein im OP-Saal des »Rudolfinerhauses« in Wien, eine Schönheitsoperation stand auf dem Plan - mit Mikrosäge und Meißel trennte der Chirurg Kurt Vinzenz den Oberkiefer seiner Patientin auf, schnitt senkrechte Fugen hinein. So kann er winzige »Dehngestelle« in die Knochen montieren, so vermag der Mediziner in zwei bis drei Wochen ein Gesicht neu zu modellieren: Schöne Wangen, ebenmäßige Proportionen, ein George-Clooney-Kinn, alles sei machbar, sagt Vinzenz. SPIEGEL-Redakteur Manfred Dworschak konnte sich von Vinzenz' Routine überzeugen: Nach wenigen Minuten waren alle Wunden vernäht, die Patientin durfte noch am selben Abend nach Hause. »Vinzenz kümmert sich nicht darum, ob er den Schönheitswahn anheizt«, sagt Dworschak, »sein Ehrgeiz ist simpel, er will einfach nur die beste Technik, das schönste Gesicht« (zum Artikel ).