PFERDE-DOPING - DER SPIEGEL
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Briefe

PFERDE-DOPING
• aus DER SPIEGEL 14/1952
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PFERDE-DOPING

(Nr. 11/52, Sport)

Die Detektive von Scotland Yard werden in ihr Register der ungeklärten Fälle von Ascott einen weiteren eintragen müssen. Der Marquis de Portago, ein spanischer Rennstall-Besitzer, der viele seiner Pferde in England laufen läßt, ist nach den letzten Niederlagen seiner guten Pferde auch argwöhnisch geworden. Ein von ihm beauftragter Privatdetektiv konnte aber nicht viel

mehr herausbringen, als daß das Pferd höchstwahrscheinlich gedopt worden ist. Auch in diesem Falle müssen die Doper höchst raffiniert zu Werke gegangen sein. Dem Trainer John Riordan selbst kommt die Sache unheimlich vor: »Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand an die Pferde herangekommen sein soll, denn sie werden Tag und Nacht streng bewacht.«

Braunschweig

F. Schädler

Die Frage des Dopens wird jetzt auch vom Olympischen Komitee behandelt, denn es ist nicht nur ein beliebtes Mittel, hohe Renngewinne zu erschwindeln, sondern auch sportliche Leistungen zu steigern. Es ist zum Beispiel bekannt, daß die Tennisweltmeisterin Suzane Lenglen während eines Kampfes um die Meisterschaft von ihrem Vater ein Kognac-Fläschchen zugeworfen bekam. Sie nahm einen kräftigen Schluck, kam über die kritischen Minuten hinweg und siegte. Kein Mensch nahm Anstoß daran. Ich bin jedoch der Meinung, daß man auch diese Art des Dopens streng verbieten sollte, denn ein sportlicher Sieg sollte eben doch die Belohnung eines harten Trainings, aber nicht der Sieg von Anregungsmitteln sein.

Kaiserslautern

Egon Görke

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