PFERDEMORD - DER SPIEGEL
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Briefe

PFERDEMORD
• aus DER SPIEGEL 13/1952
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PFERDEMORD

(Nr. 10/52, Landwirtschaft)

Es ist durchaus nötig, wenn die deutsche Landwirtschaft in ihrem eigenen Interesse angehalten wird, zahlreiche Pferde abzuschaffen. Es ist oft so, daß zwar Schlepper angeschafft werden, aber nicht die Konsequenz gezogen wird und Pferde abgegeben werden. Dadurch wird der Betrieb nicht verbilligt, sondern erheblich verteuert. Ich selbst bin großer Anhänger des Pferdemordes und habe zwei Drittel meiner Pferde abgeschafft. Oft ist mir gar nicht ganz wohl dabei, denn was geschieht dann, wenn einmal die Dieselölzufuhren aus irgendwelchen Gründen ausbleiben? Dieser Gedanke lastet wie ein Alptraum auf den mechanisierten Wirtschaften, und ich zweifle sehr, daß im Ernstfall genügend Dieselöl vorhanden ist, das der Bauer im Gegensatz zum Pferdefutter, nicht auf eigener Scholle erzeugen kann.

Nach Abschaffung der Pferde kann ein Betrieb nicht ohne weiteres im Notfall auf Pferde umgestellt werden: Anschaffung eines Schleppers allein bedeutet für einen Betrieb gar nichts und besagt nichts über den Grad der Mechanisierung. Erst die entsprechenden, auf den Schlepper besonders zugeschnittenen Maschinen und Geräte machen ihn wertvoll. Diese Rationalisierung aber läßt sich nicht von heute auf morgen rückgängig machen.

Groß Denkte

Harald v. Löbbecke, Rittergut

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