PHÄNOMENALES PLUS.
Die DDR schlug aus ihrer Nicht-Anerkennung durch Bonn mx Laufe der Jahre ein Milliarden-Kapital: Ablein 1968, nachdem Kiesinger den Ulbricht-Staat in den Bereich der »Phänomene« verwiesen hatte, zog die DDR aus eben dieser phänomenalen Politik Handels-Vorteile in Höhe von 400 Millionen West-Mark -- so errechnete Professor Konrad Merkel, Leiter des Instituts für Agrarpolitik und -statistik an der Berliner TU. Ein Plus von 150 Millionen Mark machte die DDR dadurch, daß sie Agrarprodukte nicht zu billigen Weltmarktpreisen verschleudern mußte, sondern zu hohen EWG-Preisen in der Bundesrepublik absetzen konnte. Zusätzliche 140 Millionen West-Mark verdiente Ost-Berlin an gewerblichen Gütern, die gemäß den »Interzonen«-Abkommen zollfrei aus der Zone DDR in die Zone BRD geliefert wurden. Einen Mehrwert von 110 Millionen erzielte Ost-Berlin schließlich durch die Mehrwertsteuer-Begünstigung des innerdeutschen Handels. Alle diese Sonderregelungen trugen der DDR nach Schätzungen von Professor Merkel auch 1969 mindestens 400 Millionen, wenn nicht 500 Millionen zusätzliche West-Mark ein. Sollte die DDR allerdings durch Anerkennung Ausland werden, ist nach Merkels Meinung Schluß mit diesem Sondergeschäft. Der Professor: »Dafür werden dann schon andere Länder sorgen« -- vor allem wohl die EWG-Staaten.