Phantom gefasst - DER SPIEGEL
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KORRUPTION Phantom gefasst

• aus SPIEGEL Chronik 54/2004
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Er galt als »Wunderknabe der Politik«. Mit Hilfe seines Förderers Franz Josef Strauß avancierte Ludwig-Holger Pfahls 1985 zum Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz und kurz darauf zum Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Dort beginnt die womöglich kriminelle Karriere des promovierten Juristen, der 1992 auf eigenen Wunsch aus dem Staatsdienst scheidet und bei Daimler-Benz einsteigt. Pfahls, so stellt sich heraus, hatte mit illegalen Waffenlieferungen an Israel zu tun. Außerdem verdichtet sich der Verdacht, er habe für eine Panzerlieferung 1991 nach Saudi-Arabien 3,8 Millionen Mark Schmiergeld vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber kassiert. 1999 beantragt die Staatsanwaltschaft Haftbefehl, Pfahls verschwindet spurlos und hinterlässt eine ratlose Justiz und eine Polizei, die unermüdlich, aber erfolglos nach dem Phantom Pfahls fahndet, mit 16 Fotomontagen und Informationen über den Zustand seines Gebisses ("neue Brücke 14 bis 24"). In Paris wird der mutmaßliche Schmiergeld-Empfänger jetzt gefasst; von ihm erhoffen sich die deutschen Behörden auch darüber Informationen, ob im Zusammenhang mit der Panzerlieferung nach Saudi-Arabien Geld an die damals regierende CDU geflossen sein könnte. CDU-Chefin Angela Merkel fürchet keine neuen unerquicklichen Enthüllungen: »Ich sorge mich da jedenfalls nicht.«

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