Philip Rosenthal - DER SPIEGEL
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PERSONALIEN Philip Rosenthal

• aus DER SPIEGEL 8/1981
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Philip Rosenthal, 64, Porzellanfabrikant und SPD-Bundestagsabgeordneter, ließ für eine aufwendig produzierte Firmenbiographie ("Die Rosenthal Story, 1879--1979«, Econ-Verlag, Düsseldorf, 68 Mark) von Altbundespräsident Walter Scheel das Vorwort schreiben und sein Leben von Geo-Chefreporter Hermann Schreiber ausführlich abschildern. Titel des Schreiber-Kapitels: »Reicher Junge, armer Hund«. Da heißt es über den Polit-Industriellen beispielsweise, daß er schon als Kleiner (Photo l.) den richtigen Durchblick hatte: »Gegen diese von der schönen jungen Mutter ins Haus Rosenthal geholte 'feine Gesellschaft' war er schon frühzeitig 'resistent', weil sie ihm 'ein bißchen hohl' erschien.« Aber nicht immer hat er gleich gewußt, wo's lang geht. So absolvierte er Oxford ebenso wie eine Bäckerlehre in London, ging in die französische Fremdenlegion, um gegen die Nazis zu kämpfen, und floh (nach vier gescheiterten Versuchen), »sobald er begriffen hatte, daß die Legion ihm zwar physisch und moralisch das Kreuz brechen, daß sie aber nicht gegen Hitler zum Kampf antreten würde«. Sein Leben hat Philip Rosenthal (Photo als Bergsteiger mit Firmenflagge) seither besser im Griff, und sogar die Beerdigung ist schon geplant, schreibt Schreiber: Am Rosenthal-Grab dürfen keine Reden gehalten werden -- »Gestattet hat er nur, daß eine Weile nach seinem Tod von der Firma zu einem Sektabend eingeladen wird, wo dann sieben Musikstücke gespielt werden können, die er besonders gern hat: 'Los Muchachos' zum Beispiel, 'des schönen Textes wegen'.« Aber »Brüder, zur Sonne, zur Freiheit« ist auch dabei.

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