Philosophie mit dem Hackebeilchen - DER SPIEGEL
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Briefe

Philosophie mit dem Hackebeilchen
• aus DER SPIEGEL 50/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Philosophie mit dem Hackebeilchen

Nr. 48/2001, Bioethik: SPIEGEL-Gespräch mit dem Philosophen Peter Singer über das Lebensrecht von Embryonen und Neugeborenen

Offenbar schützt die Abkunft von Entrechteten und Ermordeten nicht vor der Entwicklung unmenschlichen Gedankenguts. Wer sich zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, indem er denen, die weder nützlich noch gewünscht sind, die Existenzberechtigung abspricht - oder sie zumindest in Zweifel zieht -, besitzt das geistige Niveau eines Mengele, Himmler und wie sie da alle heißen, die zum Bodensatz der Menschheit gehören. Und wenn so einer Professor bei einer Elite-Universität ist, dann passt auf! Nehmt euch in Acht vor solchen »Eliten«!

EMDEN CHRISTINE GRÜTER

Zum Glück genügt der Verstand einer Kartoffelpflanze, um zu wissen, dass des Professors Thesen Bullshit sind! Schön, dass Ihre Meinung durch den Stil der Fragen klar wird.

MÜNCHEN MATTHIAS CIUPKA

Man muss Peter Singer nicht wie der SPIEGEL unterstellen, dass er Babys essen würde, um seine abgeschmackte Beweisführung ad absurdum zu führen. Sein Plädoyer, dass man Babys bis zum 28. Tag nach der Geburt töten dürfen sollte, weil sie noch kein Selbstbewusstsein haben, ist ähnlich intelligent, wie wenn jemand für Straffreiheit plädiert, weil der Mörder sein Opfer im Schlaf umbrachte. Auch nach Lektüre seiner »Praktischen Ethik« verstehe ich nicht, warum jemand, der so grobschlächtig mit dem Hackebeilchen philosophiert, als »einflussreichster Ethiker unserer Zeit« gelten soll. Ebendeswegen? Ich jedenfalls bin der Meinung, dass wir Peter Singer weiterhin ein Recht auf Leben zugestehen sollten, trotz seiner offensichtlich schweren seelischen Behinderung durch mangelndes Einfühlungsvermögen. Gott schütze ihn (und uns) vor den Konsequenzen seines Denkens!

BURGWEDEL (NIEDERS.) JOHANNES DENGER

Peter Singer ist vor allem ein mutiger Denker. Er zieht die Folgerungen aus seiner Auffassung, dass zwischen Mensch und Tier nur ein gradueller und kein essenzieller Unterschied besteht. Er nimmt Abschied von der Vorstellung, dass alles menschliche Leben »heilig« sei. Auch er sieht darin eine revolutionäre Wende. Nichts anderes verlangt er, als dass darüber offen gesprochen werden sollte. Bei seinem Versuch vor Jahren, diese Diskussion auch in Deutschland auszulösen, schlug Singer eine Welle des Hasses entgegen, die nicht nur ihm unbegreiflich war, sondern es auch für viele von uns geblieben ist.

HAMBURG

DR. DORIS SAYNISCH

Professor Singer begründet seine Überlegungen, Säuglinge bis zum 28. Lebenstag töten zu dürfen, damit, dass dies im antiken Griechenland schon so üblich war. Mit dieser Argumentationsweise können wir also getrost auch so wundervolle Errungenschaften der Menschheit wie Gladiatorenkämpfe und Folter wieder einführen.

ROHRDORF STEFAN GUTEKUNST

Auch wenn Millionen Moralapostel aufschreien, die Tatsachen bestätigen den Philosophen. Wer von den Entrüsteten wäre denn wirklich bereit, Behinderte sieben Tage die Woche, womöglich noch für Gotteslohn, rund um die Uhr zu pflegen? Fünf Euro für die Aktion Sorgenkind und das Problem ins Pflegeheim ist doch Realität, und mit den fünf Euro ist das Gewissen zufrieden.

NÜRNBERG WOLFGANG WALPER

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