Pierre Beregovoy,
65, für seine rigorose Sparsamkeit bekannter französischer Wirtschafts- und Finanzminister, mußte sich vom Rechnungshof wegen Verschwendung von Steuergeldern rügen lassen. Eher nebensächlich nimmt sich in dem Bericht eine Plastik zweier Goldbarren aus, die für 350 000 Mark angeschafft wurde, aber nun im Keller des Finanzministeriums verstaubt, »weil der symbolische Aspekt am Ende mißfiel«. Mit einer Million Mark wurden zwei schnelle Boote verbucht, für die zwar eigens eine Anlegestelle an der Seine entstand (1,3 Millionen Mark), die aber von den Ministern kaum benutzt werden. Schließlich kritisierten die Prüfer noch, daß ausgerechnet der Neubau des Finanzministeriums in Bercy (Foto) mit 2,2 Milliarden Mark doppelt so teuer sei wie geplant. Beregovoy »der Unnachgiebige«, so sein Spitzname, rechtfertigte die ebenfalls monierten 12,7 Millionen Mark für die opulente Ausstattung des Ministeriums als menschenfreundlichen Akt. Für Künstler und Innenarchitekten, argumentierte der Minister, sei ein solcher Auftrag eine »außergewöhnliche Chance, den Wert ihres Könnens angemessen zu präsentieren«.