Pinguin-TV - DER SPIEGEL
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UNTERNEHMER Pinguin-TV

• aus DER SPIEGEL 29/2001
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Mit einem Netz von bis zu 700 fernbedienbaren Digitalfernsehkameras will der TV-Produzent Thomas Hohenacker, 45, künftig live Landschafts- und Tierbilder aus aller Welt in sein Münchner Studio übertragen und an internationale Sender vermarkten. Die ersten zehn Kameras hat seine Firma »Earth Television Network« bereits installiert, darunter auf der Sydney Harbour Bridge, im oberösterreichischen Almtal, auf den Malediven und im weltgrößten Pinguinarium auf Teneriffa. Mit seinen Live-Bildern, so Hohenackers Geschäftsidee, können TV-Sender ihre Wetterberichte aufpeppen, einzelne Sendungen oder gar ihr gesamtes Nachtprogramm bestücken. Auch Bilder für Internet-Angebote können die TV-Kameras liefern, allerdings sei dies »nur ein Abfallprodukt«, so der Unternehmer. Diese Woche unterschreibt Hohenacker, der im Hauptberuf seit 16 Jahren Natur- und Tierfilme für Sender wie die ARD und Vox produziert, den ersten Lizenzvertrag mit dem ungarischen Privatsender TV 2, »weit fortgeschritten« seien auch Verhandlungen mit dem ZDF und ProSieben. Referenzkunden für sein Orwellsches Fernsehprojekt kann Hohenacker gut gebrauchen: Vier Jahre dauerte die Entwicklung der »Earth-TV«-Technologie, die es möglich macht, sendefähige Fernsehbilder über das normale Telefonnetz zu verschicken und die Kameras telefonisch fernzusteuern. Der angestrebte Börsengang ist einstweilen kein Thema, derzeit laufen Gespräche mit Risikokapitalgebern. Angst davor, dass die jeweils 100 000 Mark teuren Kamerasysteme Opfer von Dieben oder Vandalismus werden, hat Hohenacker nicht: »Wer lässt sich bei so was schon gerne filmen?«

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