Planlose Hilfe - DER SPIEGEL
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AFGHANISTAN Planlose Hilfe

• aus DER SPIEGEL 49/2001
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Nach dem Abwurf von Lebensmitteln gibt es neuen Streit um humanitäre Hilfe für Afghanistan. Grund: Die US-Militärs planen ohne Absprache mit den großen Hilfsorganisationen wie dem Internationalen Roten Kreuz, Altkleider westlichen Zuschnitts über dem islamischen Land abzuwerfen. »Das ist zwar gut gemeint«, so Edith Wallmeier von Care-Deutschland, jedoch würden Jeans oder Röcke kulturell bedingt »nicht angenommen«. Care und der Arbeiter-Samariter-Bund haben deshalb Schals und Decken aus den zentralasiatischen Nachbarländern auf den Weg gebracht. Weiter kritisieren Fachleute, dass sich »planlos gelieferte Medikamente« aller Art in den Kabuler Krankenhäusern stapeln würden. Die Deutsche Welthungerhilfe setzt deshalb zur Versorgung der Millionen Flüchtlinge auf langfristige Entwicklungshilfeprojekte, etwa für die Wasseraufbereitung oder zur Saatgutversorgung. Diese Woche berät die »Afghanistan Support Group« aus 15 Ländern im Auswärtigen Amt (AA) über die zugesagten 250 Millionen Mark deutsche Aufbauhilfe, auf die laut AA bereits »ein Run« eingesetzt habe.

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