Pol Pot: Krieg auf eigene Faust
Furcht vor den Roten Khmer bestimmt das Klima der internationalen Kambodscha-Konferenz in Paris. Delegationen von 17 Staaten - unter ihnen die Außenminister James Baker aus Washington und Eduard Schewardnadse aus Moskau wollen nach einer dauerhaften Friedensformel für das vom Bürgerkrieg verwüstete Land suchen. Ex-Staatschef Prinz Norodom Sihanouk will die Steinzeitkommunisten an einer Koalitionsregierung beteiligen. Vor allem der von Vietnam eingesetzte Premier Hun Sen aber fürchtet, daß die ehemalige Pol-Pot-Partei, die von 1975 bis 1979 zwischen anderthalb bis zwei Millionen Landsleute umbrachte, wieder die ganze Macht in Pnom Penh an sich reißen könnte. Die Roten Khmer treten in Paris unter ihrem Chef, Khieu Samphan, auf. Pol Pot selbst soll sich unterdessen samt 10 000 Guerrilleros von der 30 000-Mann-Armee der Roten Khmer getrennt haben, um im Norden Kambodschas auf eigene Faust den Krieg fortzuführen. Mit der Sezessionstruppe sind 23 000 kambodschanische Flüchtlinge aus den thailändischen Lagern verschwunden: Sie dienen, so wird vermutet, als Träger und Nachschubkräfte.