ISRAEL Politik mit Bulldozern
Mit der anhaltenden Zerstörung palästinensischer Häuser vergiftet Israel die Atmosphäre für eine Aussöhnung mit den Palästinensern. Vergangene Woche ließ der Jerusalemer Bürgermeister Ehud Olmert Bulldozer anrücken, um drei neu gebaute Häuser in Ost-Jerusalem platt walzen zu lassen. Man habe »illegale Bautätigkeit gestoppt«, erklärte eine Sprecherin Olmerts. Auch das Wohnhaus eines Palästinensers, in dem ein israelisches Sondereinsatzkommando am vorvergangenen Samstag den mutmaßlichen Hamas-Bombenleger Abu Hunud aufspürte, wurde von der Armee niedergerissen - ohne die Beziehung des Hauseigentümers zur Hamas zu kennen. Das Gebäude wurde mit sämtlichen Möbeln, Kleidern, Schmuck und Wertgegenständen der Familie dem Erdboden gleichgemacht. Seit 1987 rissen israelische Bulldozer nach Angaben von Amnesty International mehr als 2600 angeblich llegal gebaute Häuser von Palästinensern nieder. Etliche Kabinettsmitglieder, wie etwa der Polizei- und amtierende Außenminister Schlomo Ben-Ami, wenden sich zwar öffentlich gegen die Politik der Häuserzerstörung, doch sie geben sich machtlos und sehen keine Möglichkeit zum Einschreiten. »Der Abriss solcher Häuser entspricht Recht und Gesetz«, so ein Sprecher. Das Gesetz ändern kann die Regierung nicht - sie hat keine Mehrheit.