CSU Pornos für Kirch?
Die Kirch-Gruppe prüft Pläne, das Abo-Fernsehen Premiere durch die Ausstrahlung von scharfen Pornos zu sanieren. 500 000 neue Kunden, so schätzen die Kirch-Programmmacher auf Grund einer zwei Jahre alten Studie, würde der verschlüsselte Schmuddelkanal bringen. Damit soll das stark defizitäre Pay-TV des Münchner Medienhändlers noch gerettet werden. Doch die Porno-Offerte, die sich vom Soft-Sex anderer Privatsender deutlich abheben soll, dürfte ohne Gesetzesänderung oder aufwendige technische Sicherungen nicht zu realisieren sein. Ausstrahlung von Pornografie im Fernsehen ist in Deutschland strafbar. Eine Reform des Strafrechtsparagrafen lehnt die kirchentreue CSU ab. In München signalisierte Fraktionschef Alois Glück schon mal Entrüstung: Er nannte die Rettung des Bezahlfernsehens durch »solche Programme« einen unternehmerischen und kulturellen Niedergang.