Position bringt Probleme
Nr. 52/1999, USA: Der weltweite Hegemonieanspruch der letzten Supermacht
Die USA haben in jedem Fall eine unbestreitbare Vormachtstellung erreicht. Die Merkmale innerer Stärke führen auch zu einem externen Erfolg. Diese starke Weltposition der USA bringt allerdings auch Probleme mit sich. Der Reiche, Starke, Gewaltige erfreut sich weder im Menschlichen, Politischen, noch im Rahmen einer Völkergemeinschaft großer Beliebtheit. Ein gesunder, friedlicher Gegenpol zu den USA im wirtschaftlichen, kulturellen und geistigen Wettbewerb wäre angebracht und von globalem Vorteil. Ein vereintes Europa hätte theoretisch das Potenzial, sich zu so einem Gegenpol entwickeln zu können. Für die USA mit ihrer positiven Einstellung zum Wettbewerb wäre das sicher auch von Interesse. Geschieht dies nicht, dann wird aus dem europäischen »Gegenpol« ein 51. Stern auf der »Old Glory«, der vielleicht gerade ein bisschen größer ist als die anderen.
PRIEN (BAYERN) WALTER WIELAND
Ob auch das nächste Jahrhundert derartig von Amerika dominiert werden wird oder nicht, hängt unter anderem auch von Amerika selbst ab. Die USA sind ein extrem widersprüchliches Land. Sie lieben ihre Kinder, aber sie haben keine Skrupel, sie notfalls sogar hinrichten zu lassen. Sie glauben für Freiheit und Fairness zu stehen und wollen einen Mann namens Michael Pardue lebenslang im Gefängnis einsperren, weil er als Unschuldiger dreimal ausbrach. Derartige Widersprüche brechen irgendwann einmal auf, isolieren Amerika mehr und mehr von der restlichen freien Welt und könnten das Land irgendwann in eine tiefe Krise stürzen.
OBERURSEL DR. ANDREAS VAN ALMSICK
Es ist wirklich Planet Amerika - wo sonst in der so genannten westlichen Welt sind fast 16 Prozent aller Schulabgänger Analphabeten oder 20 Prozent der Bevölkerung ohne jeglichen Sozialversicherungsschutz? Ein Hauptfeind der USA, Fidel Castro, hat es immerhin geschafft, dass auf Kuba so gut wie 100 Prozent lesen und schreiben können, obwohl sie weder Madonna noch Michael Jackson jemals live erleben werden!
DÜSSELDORF JEFFREY HOWELLS