Posos - DER SPIEGEL
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Briefe

Posos
• aus DER SPIEGEL 23/1971
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Posos

(Nr. 20/1971, Gesellschaft)

Woher hat der SPIEGEL die Heldenlegende vom Jugendschützer Roeder in der Kirchengemeinde Schlachtensee? Von Herrn Roeder selber? -- Einen Antrag, die Gemeinide solle Sex-Räume für Konfirmanden bereitstellen, hat es nie gegeben; wohl aber eine Diskussion über sexualpädagogische Aufgaben des Konfirmandenunterrichts und der Eltern, zu der Herr Roeder wenig beizutragen hatte. Vermutlich glaubt Herr Roeder an das, was er über sich und andere erzählt. Aber manchmal schlägt einem die (Sex-)Phantasie, die man bei den anderen vermutet, selbst ein Schnippchen.

Berlin DR. KARNETZKI

Manfred Roeder eignete sich so gar nicht als Sexmuffel. Da sich der SPIEGEL zum Pornoblatt für Intellektuelle entwickelt hat -- was Wunder, wenn man versucht, diesen streitbaren Mann zu einer Witzfigur zu machen. Tatsächlich haben Sie gute Propaganda für Roeder gemacht. Das war sicher nicht beabsichtigt. Ein Selbsttor für den SPIEGEL -- Respekt vor dem Juristen aus Bensheim. Meine Spende nach dort ist unterwegs.

Niederstein (Hessen) HEINZ MATTHIAS

Berufsschullehrer

Laut Zeitungsmeldung erklärte der Bundeskanzler im Bundestag am 12. Februar dieses Jahres: »Wer sagt, meine Partei oder die von mir geführte Regierung trete für Schweinereien ein, dem kann ich nur hart erwidern, er möge in den Spiegel gucken!« Darauf damals ein Zwischenruf: »Was wird der Augstein dazu sagen?« Aus dem Wortspiel ist inzwischen Ernst geworden. Der Bundesbürger hat in den SPIEGEL geguckt. Der -- seinerzeit wohl nicht gut informierte -- Herr Bundeskanzler hoffentlich auch. Und jeder SPD-Anhänger muß sich jetzt wohl oder übel fragen, wie er zu dem »Poso«-Problem seiner Partei steht.

Jungingen (Bad.-Württ.) REINER RODENHAUSER

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