Preis der Freiheit - DER SPIEGEL
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Briefe

Preis der Freiheit
• aus DER SPIEGEL 28/2003
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Preis der Freiheit

Nr. 26/2003, Essay: Peter Schneider über die Rechthaberei von Deutschen und Amerikanern nach dem Irak-Krieg

Das Totschlagargument, mit ihrer Amerika-Kritik würden die Kriegsgegner die Verbrechen Saddams verniedlichen, wird durch häufige Wiederholung auch nicht richtiger. Es ist doch wohl demokratisch im wörtlichen Sinne und Erfolg versprechender, seine Kritik zuerst an seine Repräsentanten, an seine Verbündeten zu richten, und bedeutet noch lange keine Leugnung anderer Verbrechen. So selbstgerecht wie Peter Schneiders argumentativ schwache Kritik an der angeblich selbstgerechten Amerika-Kritik deutscher Intellektueller sind die deutschen Intellektuellen noch lange nicht.

KARLSRUHE WERNER HAUNGS

Schneiders Essay erinnert daran, dass Mitglieder moderner Gesellschaften eine ganze Menge Ambiguität ertragen müssen. Das ist der Preis der Freiheit und der Vielzahl neuer und spannender Möglichkeiten. Ironischerweise ähneln sich die Fundamentalisten aller Lager - die islamischen Terroristen ebenso wie Teile der Bush-Administration und auch manche Friedensbewegte - in ihrer Sehnsucht nach widerspruchsfreien einfachen Lösungen in den Rastern von Gut und Böse. Sie eint - könnte man vermuten - die Sehnsucht nach der guten alten Zeit vormoderner Verhältnisse. Peter Schneider verwahrt sich zu Recht gegen die Zumutung, Intellektuelle sollten solche einfachen Glaubenssysteme bestätigen. Vielen Dank für diese Klarstellung.

NEUENHAGEN (BRANDENBURG) DR. RAINER M. HALMEN

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