Prickelnd und erregend - DER SPIEGEL
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Briefe

Prickelnd und erregend
• aus DER SPIEGEL 25/2001
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Prickelnd und erregend

Nr. 23/2001, Kino: Das Beziehungsdrama »Intimacy« und die Pornografie-Debatte

Ihr Artikel hat mich sehr bekümmert. Hier wird Pornografie als Gegenteil der Kunst dargestellt. Dabei ist die explizite Darstellung der Genitalien und des Geschlechtsaktes in allen Kunstformen seit jeher vertreten: von den ersten Höhlenzeichnungen über griechische Vasen, das Kamasutra bis hin zu animierten Computergrafiken. Unwidersprochen kann ein Großteil der pornografischen Erzeugnisse als Schund bezeichnet werden. Gilt dies aber nicht auch für die Mehrzahl dessen, was uns die Literatur, Film und Fernsehen bescheren? Dass die Pornografie in die Illegalität oder eine Schmuddelecke abgedrängt wird, bezeugt die Perversität einer Gesellschaft, die jegliche Form der Gewaltdarstellung akzeptiert, sich aber schockiert vom Liebesakt abwendet. Pornografie ist auch nicht notwendigerweise schmuddelig, verwahrlost oder traurig. Ganz im Gegenteil: Ein guter Porno ist prickelnd, erregend und mitreißend. Ich bin selber seit vier Jahren Pornodarsteller. In der Zeit haben meine Partnerinnen und ich viel Spaß gehabt und unseren Zuschauern viel Freude bereitet.

BUDAPEST STEVE HOLMES

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