PROBLEM PICASSO - DER SPIEGEL
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Briefe

PROBLEM PICASSO
• aus DER SPIEGEL 4/1957
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

PROBLEM PICASSO

Mit großem Entsetzen las ich in Ihrer Zeitung das Echo auf den Bericht über Picasso ... Hitler hat, wie mir scheint, mit großem Erfolg die Deutschen inspiriert, er sprach ja von der »entarteten« Kunst. An dieser Meinung hält man jetzt stur fest...

Im übrigen sei gesagt, daß ein Maler kein Photograph ist. Er komponiert wie der Musiker. Aber er braucht nicht nur mit naturalistischen Gegenständen zu komponieren.

Büderich - RAINER KIRCHNER

Selten habe ich so gelacht wie über die Briefe gegen Picasso ...

Da fragt man sich, was SPIEGEL-Leser Mickisch eigentlich von Dürer, Beethoven und den »atonalen Zwölftönern« weiß - und ob er überhaupt etwas von Kunst versteht! Herr Wäger schreibt von »Picasso -Schule«. (Wo gibt es die? Er möge mir Namen nennen!) Sogar ein Kunstmaler läßt sich vom Olymp, seiner »natürlichen Bilder« herab und gibt ein Urteil ab; wie charaktervoll, er hat absichtlich (!) vermieden, in die Picasso-Ausstellung zu gehen! Man denke! Man nennt Picasso einen »pinselschwingenden Rock'n'Roller« (welch Anachronismus, Herr Kirsch; Sie hatten vor Picasso, schon lange bevor es Rock'n'Roll gab, Angst!) und - wie neckisch - einen Schelm. Oh, trauriges, sattes Deutschland! Wann werdet Ihr, nicht verehrte Spießer, endlich begreifen, daß Bildbetrachtung kein Honigschlecken ist, daß der Kunstbetrachtende genauso an sich arbeiten muß, wie der Künstler.

Hamburg H. - PETER ROMANN

stud. phil. et mus.

... Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen sagen, daß auch ich solange an Picasso zweifelte, bis ich 1956 im Grimaldi-Museum von Antibes seine Keramik sah; insbesondere die prachtvollen, ungemein einfallsreichen und kompositorisch tatsächlich imponierenden Teller beweisen unabhängig von allen Diskussionen über seine Gemälde die hohe Künstlerschaft Picassos.

Baden bei Wien - DR. HERMANN SCHREIBER

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