RUSSLAND Probleme mit Lena
Die Folgen der Flutkatastrophe im sibirischen Jakutien werden zum Problem für Präsident Wladimir Putin. Das Hochwasser an den Ufern des Flusses Lena hat einen Schaden von schätzungsweise 2,4 bis 3,9 Milliarden Rubel angerichtet, etwa 190 bis 305 Millionen Mark. Allein in der Stadt Lensk in Jakutien zerstörte die Flut mehr als 3300 Häuser, die Stadt ist nahezu unbewohnbar geworden. Mit dem Wiederaufbau, versprach Putin bei einem Blitzbesuch am Donnerstag vergangener Woche im Katastrophengebiet, solle »unverzüglich begonnen« werden. Der russische Diamantenkonzern Alrosa will durch Edelsteinverkäufe zusätzlich Hilfsgelder in Höhe von 68 Millionen Mark bereitstellen. Bislang zeigten jedoch Staat und Behörden in Russland wenig Willen und Fähigkeit zu Wiederaufbauaktionen. Bei Überfällen islamistischer Extremisten aus Tschetschenien wurden in Dagestan im August 1999 mehrere Ortschaften zerstört. Die Siedlungen liegen noch immer in Trümmern. Und fast anderthalb Jahre nach der Eroberung und Zerstörung der tschetschenischen Hauptstadt Grosny warten deren Bewohner vergebens auf den Beginn des Wiederaufbaus.