Am Rande Prösterle!
Der letzte Suff ist verrauscht, das alte Jahr volle Pulle zur Neige gegangen, da stieren wir noch einmal zurück auf die denkwürdigsten Delirien des verflossenen 1998. Und siehe da: Es ist an der Zeit, einen Volksstamm zu feiern, wie es so zusammengebraut keinen zweiten in Deutschland gibt: Der brave Schwabe, dessen einziger Wahnsinnsrekord bislang die Installation einer Blindenampel mit nur sieben Sekunden Grünphase war, stellte im abgelaufenen Jahr die Weltbestleistung im Extremsaufen auf.
7,3 Promille hat eine Schwäbin vor vier Wochen in Stuttgart überlebt. Wohlgemerkt keine Prahl-Promille, sondern echte Blutwerte, klinisch getestet und offiziell bestätigt. Eine Woche später war es wieder ein Stuttgarter, der mit 6,0 Promille dagegenhielt. Zwar nicht genug für die Höchstmarke, dafür schaffte es der Mann, aus der Klinik auszubüchsen - vermutlich, um nachzuschütten.
Wie ernüchternd nehmen sich im Vergleich dazu die Pegelstände aus anderen Bundesländern für 1998 aus: In Berlin wurde ein Busfahrer schon bei 2,7 Promille aus dem Verkehr gezogen; in Sachsen scheiterte ein Leistungstrinker bereits bei 4,1 Promille am Versuch, im Schnapsladen mit gezogener Pistole sechs Jägermeister zu bestellen (Mensch, Sachse: Beim Bestellen immer nur fünf Finger hochhalten, wenn man in einer Hand eine Pistole hat!).
Doch allen Verlierern ein Prost zum Trost: Jedes Jahr ist ein neues Jahr - und um zu klären, wer am strammsten saufen kann: Treffpunkt Silvester 1999 an der Blindenampel in Esslingen, in der Rush-hour nach Ladenschluß. Aber nicht unter sieben Promille.