Amerikas Konsumgüterriese Procter & Gamble (Pampers, Ariel) beläßt es nicht dabei, soviel Spots wie kein anderes Unternehmen im deutschen Fernsehen zu schalten - das Unternehmen will selbst für das richtige Programm sorgen. Der US-Multi, der seit Jahrzehnten im amerikanischen Rundfunk Seifenopern für Hausfrauen ausstrahlen läßt, plant in Deutschland täglich eine einstündige Familienserie (Arbeitstitel: »Neustadt-Saga"). Seit Wochen laufen Gespräche mit RTL. Die Produktion, die über 200 Jobs bringt, soll in Köln entstehen, die rund 50 Millionen Mark Kosten würden sich die Firmen teilen. Möglicher Sendetermin: zwischen 12 und 14 Uhr. Bei dem Deal bekäme der Konzern, dessen »Springfield Story« seit 1986 bei RTL läuft, für seinen Anteil Spotzeiten. RTL will die erste Ein-Stunden-Soap in europäische Länder exportieren. Eigentümer Bertelsmann zweifelt jedoch, ob sich das Projekt rentiert. Der deutsche Procter-Mediachef Hartmut Reuff ist übrigens als Chef der Organisation Werbungtreibende ein großer Kritiker deutscher TV-Konzerne: Die Konzentration müsse gestoppt werden, so Reuff, sonst seien Werbekunden »der fortgesetzten Reduktion und Verteuerung von Werbemöglichkeiten ausgeliefert«.
Dieser Ausdruck wurde am 17.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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