Programm von Procter - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 53 / 134

SEIFENOPERN Programm von Procter

Von Georg Jakobs
• aus DER SPIEGEL 4/1998
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Amerikas Konsumgüterriese Procter & Gamble (Pampers, Ariel) beläßt es nicht dabei, soviel Spots wie kein anderes Unternehmen im deutschen Fernsehen zu schalten - das Unternehmen will selbst für das richtige Programm sorgen. Der US-Multi, der seit Jahrzehnten im amerikanischen Rundfunk Seifenopern für Hausfrauen ausstrahlen läßt, plant in Deutschland täglich eine einstündige Familienserie (Arbeitstitel: »Neustadt-Saga"). Seit Wochen laufen Gespräche mit RTL. Die Produktion, die über 200 Jobs bringt, soll in Köln entstehen, die rund 50 Millionen Mark Kosten würden sich die Firmen teilen. Möglicher Sendetermin: zwischen 12 und 14 Uhr. Bei dem Deal bekäme der Konzern, dessen »Springfield Story« seit 1986 bei RTL läuft, für seinen Anteil Spotzeiten. RTL will die erste Ein-Stunden-Soap in europäische Länder exportieren. Eigentümer Bertelsmann zweifelt jedoch, ob sich das Projekt rentiert. Der deutsche Procter-Mediachef Hartmut Reuff ist übrigens als Chef der Organisation Werbungtreibende ein großer Kritiker deutscher TV-Konzerne: Die Konzentration müsse gestoppt werden, so Reuff, sonst seien Werbekunden »der fortgesetzten Reduktion und Verteuerung von Werbemöglichkeiten ausgeliefert«.

Zur Ausgabe
Artikel 53 / 134

Mehr lesen über