Programmiertes Desaster?
Nr. 25/1999, Sind Frauen klüger? - Die Töchter der Emanzipation auf dem Sprung nach vorn
Haben Sie das erst jetzt gemerkt?
KAISERSLAUTERN PETER ZIMMER
Klüger als was?
BERLIN GÖTZ STRAUCH
Plietsch mußt du sein, klug sind alle!
ESSEN DR. HANNELORE E. PRIESE
Das Thema ist falsch! Richtig: Sind Frauen egoistischer? Frauen waren schon immer intelligent! Das einzige, was die heutigen Frauen sind - sie sind genauso egoistisch wie die Männer. Und das ist ja wohl das einzig Wahre dieser Gesellschaftsform und dieser jungen Generation - purer Egoismus!
BRAUNSCHWEIG URSULA KASTEN
Das »Frauen sollen in der Gemeindeversammlung schweigen« des Paulus von Tarsus hat seine verheerende Auswirkung aufs Weltliche gefunden. Welch eine Hybris, auf dieses Intelligenzpotential verzichtet zu haben. Es ist ein Grundverdienst unserer modernen Demokratien, der Frau den Platz eingeräumt zu haben, der ihr gebührt. Ich erlebe jeden Tag mit Frau und Tochter, wie klug und zielstrebig Frauen handeln können, und ich freue mich darüber. Nur: Sie müssen leider mehr Courage aufbringen, sich ins öffentliche Leben einzumischen - gerade auf dem Land.
STÖTTEN A. A. (BAYERN) MANFRED MÜLLER
Das war ja wohl der sexistischste Titel, den Sie je gebracht haben. Wie hätte man wohl reagiert, wenn es umgekehrt »Sind Männer klüger?« geheißen hätte?!
SCHRIESHEIM (BAD.-WÜRTT.) THOMAS LEHMANN
Sicher, Frauen sind klüger als Männer. In den letzten 100 Jahren haben sie es geschafft, die Männer dazu zu bringen, 70 Prozent des Bruttosozialprodukts zu erwirtschaften, während die Frauen 70 Prozent des Geldes ausgeben und 10 Prozent länger leben.
NAMBOUR (AUSTRALIEN ) MARK LENZ
Natürlich sind Frauen klüger - schon deshalb, weil sie sich mit der typisch männlichen Klugheit, bestehend hauptsächlich aus Daten, Fakten und Zahlen, gar nicht erst lange aufhalten.
BERLIN PROF. DR. UWE HINRICHS
Frauen haben durch ihr Management und die intelligente Führung des »Unternehmens Familienhaushalt« längst ihr Organisationstalent und ihre Fähigkeiten auf breiter Basis bewiesen. Klug wäre es also, im Bewußtsein dieser Leistung endlich eine angemessene Bezahlung hierfür zu fordern.
KULPIN (SCHLESW.-HOLST.)
BIANCA MANSFELD
Schade eigentlich, daß unsere Müttergeneration die Stunde Null nicht als Chance zur Neustrukturierung der Machtverhältnisse begriffen und genutzt hat. Schade auch, daß die sexuelle Befreiung keine wirkliche Revolution nach sich zog, sondern nur eine erweiterte Verfügbarkeit der Frau. Und auch die dritte Möglichkeit, ans Bare und damit an die Macht zu kommen, scheint vertan: Statt Informationstechnologie studieren Frauen Germanistik oder andere brotlose Kunst: stricken statt powern. Was nützt nachweisbare Klugheit, die in den Köpfen steckenbleibt?
NECKARGEMÜND (BAD.-WÜRTT.) MICHAELA HAFFA
Warum entscheiden sich junge Frauen lieber für Germanistik, Kunst oder Tiermedizin? Ich vermute, daß ein emotionales Problem dahintersteckt. Denn im Berufsalltag eines Ingenieurs geht es nicht um Zusammenhänge, in die man sich einfühlen kann, und um Dinge, mit denen man sich menschlich identifizieren könnte. Es mangelt Frauen an der Bereitschaft, diesen ,,Entfremdungsakt« zu ihrem Lebensinhalt zu machen.
BERLIN GOTTFRIED SCHENK
Die Feststellung des »kleinen Unterschieds im Hirn« von Mann und Frau ist verhältnismäßig steril. Wesentlicher ist doch, was dabei jeweils »oben« herauskommt. Dem männlichen Hirn ist dermaßen viel entsprungen, daß mit Recht gilt: Mit seinen Hirnleistungen hat der Mann diese unsere Welt gestaltet in imponierender Dynamik - im Guten wie im Bösen.
HANNOVER RALF EXLER
Au weia! Wer wie die moderne Frau sich ständig selber einreden muß, wie überlegen und toll er (sie!) ist, muß es verdammt nötig haben - klingt irgendwie verzweifelt nach Pfeifen im dunklen Wald! Mich würde interessieren, wie die klügeren Damen zu der Tatsache stehen, daß - trotz massiver Frauenförderung - immer noch 98 Prozent aller Erfindungen von Männern gemacht werden sowie weit mehr als drei Viertel aller hochbegabten Schüler männlichen Geschlechts sind?
AACHEN MICHAEL SCHUMACHER
Diese Powerfrauen, die sich alles zutrauen, die selbstbewußt sind und optimistisch in die Zukunft blicken, schätzen jedoch ihre mathematisch/logischen sowie ihre räumlichen Fähigkeiten deutlich niedriger ein als Männer, wie ich in einer umfangreichen Studie belegen konnte. Dies zeigte sich nicht nur bei Studierenden und älteren Erwachsenen, sondern ließ sich auch schon bei Schülern im Alter von circa 13 Jahren nachweisen. In ähnlicher Weise schätzen schon Grundschülerinnen der 3. und 4. Klasse ihre Intelligenz in den genannten Bereichen niedriger ein als ihre männlichen Mitschüler. Dieses »Anything goes«-Gefühl sollte somit besser als »Something goes«-Gefühl bezeichnet werden, da Frauen noch immer ihre Fähigkeiten in bestimmten Bereichen unterschätzen.
GÖTTINGEN BEATRICE RAMMSTEDT INSTITUT FÜR PSYCHOLOGIE, UNI GÖTTINGEN
Durch eine »Vermännlichung der Gesellschaft« sind weder gesamtgesellschaftliche noch globale Probleme wie Beziehungslosigkeit, kaltschnäuziger Egoismus, Arbeitslosigkeit, strukturelle und physische Gewalt zu lösen. Weniger machtorientiert, mehr sachorientiert sollte die Gesellschaft der Zukunft aussehen, und es sollte dafür ein Problembewußtsein entstehen, daß Geschlechtermobbing keine sachdienlichen Lösungen herbeiführt.
KIEL MAREN REHDER
Erstklassige Leistungen bei Frauen im akademischen Bereich sind beim Berufseintritt besonders in der Industrie unerwünscht. Dieser Sexismus gegen hochqualifizierte Frauen setzt sich innerhalb der Parteien bei weiblichen Mitgliedern, die Karriere machen wollen, fort und führt bis in die Rekrutierung für die Europäische Kommission, wo männerspezifische Anforderungsprofile (entgegen dem angeblichen Frauenförderprogramm) weibliche Bewerber ausgrenzen. Das einzige Refugium für Frauen wird die Beamtenschaft sein.
DARMSTADT DR. BRITTA A. MÖSER
Die uns Männern wohlbekannte und leider oft zu erduldende Ambivalenz der Frauen gipfelt mittlerweile in dem Anspruch »Ich will alles«. Das erinnert fatal an das Märchen von dem Fischer und sin Fru, in dem das Paar am Schluß nach dem Scheitern der maßlosen Ansprüche der Frau wieder im Pißpott sitzt. Mir graut's vor diesen speziellen animusbesetzten Frauen, den Penthesileas dieser Welt, vor ihrer verzweifelten Egozentrik. Ihr Desaster ist programmiert, und es wird auch uns Männer treffen - vor allem in Beziehungen.
STAUFEN IM BREISGAU DR. MICHAEL HARDER
Das gedankenlose Hochjubeln von Schlagworten wie Machiavellismus oder Narzißmus ist symptomatisch für eine irritierende Entwicklung hin zu Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Dies kann nicht der Weg zur ersehnten harmonischen Gesellschaft sein.
KLEINBÖSINGEN (SCHWEIZ) PETER HAYOZ-BÜRGY