PROPST GRÜBER - DER SPIEGEL
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Briefe

PROPST GRÜBER
• aus DER SPIEGEL 30/1956
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PROPST GRÜBER

Sie schreiben, Propst Grüber habe die Deportation der Juden aus Pommern verhindert. Es ist möglich, daß er dabei mitgeholfen hat, und wir wollen ihm unsere Dankbarkeit für einen Akt der Menschlichkeit, an den viele Deutsche damals nicht gedacht hätten, nicht versagen.

Jedenfalls waren bei der Abwendung der Verbannung eines Teiles der Juden Pommerns im Februar 1940 noch andere Kräfte am Werk.

In seinem Buch »Vom anderen Deutschland« schreibt der ehemalige Botschafter Ulrich von Hassell:

Der Regierungspräsident in Stettin ist vom Ministerium des Innern angewiesen worden, alle Juden in das jüdische Reservat in Polen abzuschieben. Er hat sich zur Sicherheit noch einmal im Ministerium des Innern erkundigt und mußte feststellen, daß man dort keine Ahnung hatte. Die Anordnung hatte Heydrich (Chef der Sicherheitspolizei und des SD) auf Papier mit Kopf 'Ministerium des Innern' erteilt. Sie wurde gestoppt, nachdem schon alles eingeleitet war.

Trotz dem in der obigen Aufzeichnung Gesagten und den Bemühungen des Pastors Grüber kam es am 11. Februar 1940 zur Deportation der zirka 1300 Juden Stettins. Die Fahrt in den Lubliner Bezirk in etwas, was Sie »ungeheizte Waggons« nennen - es waren Güterwagen - war entsetzlich. Mehrere Juden starben in den Waggons vor Kälte und Erschöpfung, andere wurden irrsinnig. Bis zum Mai 1943 waren sie alle, bis auf sieben Gerettete, ermordet.

Jerusalem-Talbieh MORDECHAI PERL

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