PROTEST
(Nr. 29/52, Panorama, und Nr. 37/52, Briefe)
Man darf hoffen, nicht als unverbesserlicher Rowdy betrachtet zu werden, wenn man den »Protest« des Herrn Martin Schäfer, München, in Nr. 37 als ebenso typische wie bedauerliche westliche Gefühlsduselei bezeichnet.
Man überlege sich nur die bodenlose Frechheit: Während einer Protestkundgebung des Westens gegen die Entführung des Dr. Linse wagen Anhänger des daran schuldigen blutigen Terrorsystems - eben auf die westliche »Anständigkeit« vertrauend - Gegenpropaganda!
Ich glaube mich mit der erdrückenden Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung einig in der Ansicht, daß es vielleicht nicht schön, dafür aber richtig ist, in solchen Fällen »schlagende« Beweise zu führen.
Alles andere ist Ästhetelei, die uns in diesem Kampf auf Leben und Tod von vornherein zum zweiten Sieger stempelt. Die alte Volksweisheit, daß auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört, hat doch zuweilen ihre Berechtigung.
Hamburg-Bergedorf
Willy v. Brescius