Protest in Pantoffeln - DER SPIEGEL
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RECHTSRADIKALE Protest in Pantoffeln

• aus DER SPIEGEL 20/2000
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Mit Hausschuhen und Filzpantoffeln sollen die Bürger Weimars gegen Neonazis zu Felde ziehen. Medienstudenten der Bauhaus-Universität wollen einer für den kommenden Samstag angemeldeten Demonstration der rechtsradikalen NPD auf die sanfte Tour ("Leise Sohlen gegen laute Parolen") entgegentreten. Die NPD hat die Klassikerstadt mit ihrer nahen Konzentrationslager-Gedenkstätte Buchenwald zum Aktionszentrum erkoren. Dagegen formiert sich in der thüringischen Kleinstadt mit der großen Vergangenheit eine bunte Bürgerwehr von der Antifa bis hin zur CDU. »Unser Ziel ist es«, so Mitinitiator und Medienprofessor Wolfgang Kissel, »Weimar zur Pantoffelhelden-Stadt zu machen.« Unterstützt von fünf Hotels der Stadt und einigen Schuhgeschäften, fordern die Studenten die Bürger auf, ihre Hausschuhe vor die Tür zu stellen, die dann eingesammelt und den Demonstranten zum Tausch gegen ihre Springerstiefel angeboten werden sollen - »damit das historische Pflaster geschützt wird«, wie Kissel erklärt. Schon am 1. Mai waren hunderte von ausgelatschten Hausschuhen am Bahnhofsvorplatz aufgetürmt worden. Der damals geplante Aufmarsch der Rechtsradikalen war jedoch in letzter Minute durch das Oberverwaltungsgericht Weimar untersagt worden.

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