KIRCHE Protestanten in Not
Die Evangelische Kirche in Deutschland sorgt sich um ihre Zukunft. Die Mitgliederzahl nimmt beständig ab, die Kirchensteuer-Einnahmen sinken, die Verwaltungskosten explodieren. Nun sollen »Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert« neue Wege aus der Krise weisen, die im Kirchenvolk kontrovers diskutiert werden. Kernpunkt der Reform ist die Reduzierung von derzeit 23 Landeskirchen auf künftig 8 bis 12. Das soll schlanke, effizientere Verwaltungen bringen und mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf die größeren Gebilde lenken. »Zwergkirchen sind auf die Dauer nicht lebensfähig«, sagt der Theologe Uwe-Karsten Plisch, der in den »Perspektiven« freilich auch eine bedenkliche Neigung zu »Zentralisierung und Bürokratisierung« entdeckt. Widerstand gegen die Fusionen formiert sich vor allem in den Mini-Landeskirchen wie Schaumburg-Lippe oder Anhalt, die für die Vielfalt der »identitätsstiftenden« Glaubensgemeinschaften kämpfen und wie der Magdeburger Bischof Axel Noack darauf verweisen, dass die Kirche »nicht auf Gewinnmaximierung orientiert« sei.