»Pure Blasphemie« - DER SPIEGEL
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WERBEVERBOTE »Pure Blasphemie«

• aus DER SPIEGEL 48/2002
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Auf massive Kritik aus Deutschland stößt das in Brüssel geplante Tabak-Werbeverbot in Printmedien. Ein solches Verbot sei »der Anfang vom Ende der Meinungsfreiheit in Europa«, schreibt Holger Jung, Präsident des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen GWA, in einem Brandbrief an Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Zigarettenreklame sei für viele Medien eine der wichtigsten Einnahmequellen. Das Europäische Parlament hat dem drastischen Vorstoß am vergangenen Mittwoch zugestimmt. Gesundheitspolitische Argumente seien nur vorgeschoben, heißt es in dem Brief von Jung, der auch Chef der Hamburger Agentur Jung von Matt ist. In Wirklichkeit sollten »die staatlichen Tabakmonopole einzelner Länder von diesem Beschluss profitieren«. Nur die Tabakwerbung zu verbieten, das Produkt als Steuereinnahmequelle aber nicht, sei ein Widerspruch: »Das Tabak-Werbeverbot ist pure Blasphemie.« Sollte die Bundesregierung die »fatale Entwicklung« nicht stoppen, fürchten die deutschen Werber weitere, bereits vorbereitete Werbeverbote in der Lebensmittel-, Pharma- und Automobilindustrie und damit »das Ende der freien Marktwirschaft«.

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