Rasse - DER SPIEGEL
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Rasse

• aus DER SPIEGEL 4/1949
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Der neue Wind aus dem Malan-Kabinett bläht auch wieder die Propagandasegel des bekannten Rassen-Propheten Ray K. Rudwan. Seit 1941 leitet er in Pietermaritzburg (Natal, Südafrika) die pronazistische Geheimorganisation »Boerenasie« und die antisemitische »Arische Buchhandlung« Jetzt gründete er die Weltliga für Fair Play and Decency (Anständigkeit), zu deren Ehrenmitgliedern internationale Antisemiten und Reaktionäre ernannt wurden. (Unter ihnen auch Sir Oswald Mosley). Rudwan verschickt kostenlos Propagandaschriften in alle Länder. Dem südafrikanischen Premier Malan schlug er vor, in Amerika ein großes Propagandabüro einzurichten, das die Amerikaner über das Rassenproblem »aufklären« soll.

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Englands Sir Oswald Mosley streckt seine Faschistenfühler nach Deutschland aus. In der britischen Zone tauchte ein »Deutsches Flugblatt« der Mosley-Union auf Darin wird »die Rasse und das faschistische Programm« als Grundlage einer künftigen europäischen Union empfohlen. Zumal es dem Faschismus als einziger politischer Weltanschauung gelungen sei, eine erträgliche Synthese zwischen Kapitalismus und Sozialismus zu finden. Mosley hört in ganz Europa faschistisches Gras über die Vergangenheit wachsen. »Auch in Ländern, die sich einmal aktiv am Kampf um die Niederwerfung des deutschen Faschismus beteiligten, machen sich faschistische Tendenzen bemerkbar.« Der britische Faschisten-Führer fordert in seiner Botschaft an die Deutschen ein vereintes und freies Deutschland. Schon einmal habe die Welt seinen Appell überhört, als er 1939 forderte, Deutschlands Recht als Großmacht und seine Ansprüche auf die Rückerstattung des deutschen Kolonialreiches anzuerkennen. Das Deutsche Flugblatt empfiehlt engste Verbindungsaufnahme »zum Zwecke aktiver Zusammenarbeit«.

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